IOGT ist eine weltweite Organisation abstinent lebender Menschen und existiert seit über 150 Jahren. IOGT stand einst für »Internationale Organisation der Guttempler«, wobei seit 2006 nur noch die vier Buchstaben als Markenzeichen existieren. Nur die deutschen Mitglieder nennen sich noch Guttempler. IOGT-Organisationen in Afrika zählen zu den ältesten weltweit.

  • IOGT-Schulen Guinea-Bissau
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FORUT wurde im Jahr 1987 von Guttempler-Jugendlichen gegründet, die dem Gedanken der internationalen und weltweiten Brüderlichkeit der Guttempler Rechnung tragen wollten. Sie gründeten FORUT Deutschland nach dem Vorbild der großen Schwester in Norwegen. FORUT ist norwegisch und heißt soviel wie »voraus« oder »voran«, Guttempler gehen bei FORUT mit gutem Beispiel voran, denken voraus, schauen nach vorn und helfen Menschen in Entwicklungsländern, ebenfalls voranzukommen. FORUT feiert am 3. Oktober 2012, dem internationalen Tag der Guttempler, sein 25-jähriges Bestehen.

Es gab in dieser Zeit viele Hilfeprojekte in unterschiedlichen Regionen der Erde, aber angefangen hat alles in Afrika, im Senegal, mit einer Nähmaschine für die Dorffrauen. Zur Zeit gibt es zwei Hilfsprojekte in Indien, eines in Liberia und eines in Guinea-Bissau.

Wir arbeiten nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe, in enger Abstimmung mit den Menschen vor Ort, um die Eigeninitiative zu fördern und ganz gezielt nur die notwendigen Maßnahmen zu unterstützen, die von den Menschen auch gewollt und alleine bewältigt werden können. Wir sind der Überzeugung, dass nur so eine dauerhafte Veränderung der Lebenssituation stattfindet.

FORUT ist ein anerkannter gemeinnütziger Verein. Unsere Gelder fließen zu nahezu 100% in die Hilfsprojekte, da unsere Mitglieder alle ehrenamtlich und aus Überzeugung bei der Sache sind. Die meisten verzichten z. B. auf Aufwandsentschädigungen und Reisekostenerstattung und lassen sich stattdessen eine Spendenbescheinigung ausstellen.

Guinea-Bissau

In Guinea-Bissau arbeitet FORUT mit der dortigen IOGT-Organisation zusammen. Initiiert wurden die Projekte von IOGT Schweiz im Jahr 1993 und längere Zeit von FORUT Norwegen mit unterstützt. Dann zog sich FORUT Norwegen ganz aus Westafrika zurück und die Schweizer fragten folgerichtig bei FORUT Deutschland um Unterstützung an, da die Projekte mittlerweile Ausmaße angenommen hatten, die IOGT Schweiz finanziell alleine nicht mehr tragen konnte.

Seit 2004 beteiligt sich FORUT mit der Übernahme der Gehälter für zwei Lehrer in einer Primarschule in dem Dorf Bantanjan.

Guinea-Bissau zählt nach dem Human Development Index zu den am geringsten entwickelten Ländern der Welt. Es liegt in Westafrika am Atlantik, eingebettet zwischen dem Senegal im Norden und Guinea, das es vom Süden her bis an die Grenzen des Senegal im Norden umschließt. Es ist ungefähr 10 % kleiner als die Schweiz mit einer Einwohnerzahl von ca. 1,6 Millionen.

IOGT-Büro in Bissau

Die Hauptstadt ist Bissau mit ca. 400.000 Einwohnern, hier befindet sich das Office von IOGT, eine Primarschule mit einem Kindergarten sowie die moslemische Partnerschule, die 2010 beschlossen hat, ebenfalls IOGT angehören zu wollen.

Eine weitere Primarschule sowie zeitweise einen Kindergarten gibt es in dem kleinen Dorf Bantanjan, ca. 30 Kilometer von Bafatá entfernt und dort in Bafatá seit 2010 einen Kindergarten.

Zum Bildungs- und Erziehungssystem in Guinea-Bissau

Guinea-Bissau befand sich bis 1973 im Unabhängigkeitskrieg mit Portugal, danach kam es immer wieder zu Bürgerkriegen und das Land befindet sich erst seit einigen Jahren in einem Zustand relativer Stabilität.

Nach der Unabhängigkeit wurde mit viel Elan der Aufbau eines Bildungswesens betrieben, dieser Impuls war jedoch nicht nachhaltig und erlahmte Anfang der achtziger Jahre wieder.

Die Regierung führte eine Schulpflicht für alle Kinder ab dem 8. Lebensjahr mit einer Dauer von sechs Jahren ein. Es gibt einen landesweiten Rahmenlehrplan mit verbindlichen Fächern und Inhalten sowie eine nationale und regionale Schulinspektionen zur Überwachung der Einhaltung. Verbindlich muss an allen Schulen neben Erstlese- und Schreibunterricht Portugiesisch, Mathematik und Sciences (Sachunterricht) sowie Sport unterrichtet werden.

Für die Lehrerausbildung gibt es sogenannte Trainingszentren, die vierjährige Ausbildung ist einheitlich und besteht aus einem Basisstudium für alle sowie einem weiterführenden Studium für die verschiedenen Fächer.

An der Umsetzung des nationalen Schulwesens hapert es allerdings erheblich. Bis heute hat es die Regierung nicht geschafft, für jedes Kind einen Schulplatz zur Verfügung zu stellen.

Zur Zeit gibt es nur für rund 50 % aller Kinder einen Schulplatz. Viele der Schulen sind katholische oder sonstige Missionsschulen, Privatschulen oder Schulen von NGO-Organisationen wie FORUT. Längst nicht alle Schulen sind Secondary Schools mit sechs Schuljahren, sondern vor allem im ländlichen Raum nur bis Klasse 4, sogenannte Primary Schools. Vor allem auch im ländlichen Raum haben viele Eltern Probleme, das Schulgeld zu zahlen, da sie als Bauern nur ihre eigenen Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs produzieren, aber kaum finanzielles Einkommen haben. Hier sind in der Regel die Mädchen die Benachteiligten, die dann aus finanziellen Gründen keine Schule besuchen dürfen bzw. können.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Schulen oft zu weit entfernt sind und weiterführende Schulen ohnehin nur in den größeren Städten zu finden sind. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs liegt daher nur bei 2,3 Jahren.

Der Alphabetisierungsgrad liegt bei rund 45 Prozent, das heißt mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten.

Moslemische Schule in der Hauptstadt Bissau (Stadtteil  Plack II)

Die moslemische Schule in Bissau, Plack II, existiert schon seit einigen Jahren. Sie liegt in einem der ärmsten Vierteln der Hauptstadt und war bisher Partnerschule der IOGT-Schule in Plack II. Sie hat sich 2010 IOGT Guinea-Bissau aus Überzeugung angeschlossen. Sie nennt sich seitdem moslemische IOGT-Schule.

Unterrichtet werden ca. 100 Kinder von zwei Lehrern. Da hier nur zwei Klassenräume zur Verfügung stehen, werden 1. und 2. sowie 3. und 4. Klasse jeweils gemeinsam unterrichtet. Der Portugiesischunterricht findet aus diesem Grund ebenfalls in zwei Schichten in den Räumen einer nahegelegenen staatlichen Schule statt. Zusätzlich zum Rahmenlehrplan wird Arabisch und islamische Religion unterrichtet.

Die Schüler der beiden unteren Klassen sitzen auf Schemeln, die sie von zu Hause mitbringen, da es keine Tische und Bänke gibt. Schulgeld ist zwar an allen Schulen in Guinea-Bissau obligatorisch, aber in diesem Stadtteil fällt es den meisten Eltern schwer, dieses auch regelmäßig zu zahlen, obwohl es sich um eine für uns relativ geringe Summe von nur ca. 2 € im Monat handelt.

Staatliche finanzielle Unterstützung für die Schule gibt es keine, so dass Lehrmaterial, Schulmobiliar und manchmal auch die Lehrergehälter kaum bezahlbar sind. Dennoch ist diese Schule eine lebendige und aktive Schule, was nicht zuletzt dem sehr engagierten Schulleiter verdanken ist.

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