Im Rahmen unserer Westafrikareise im Juni 2012 hatten wir unter anderem Gelegenheit mit Anuar Djedjo über das Ostercamp vor Ort zu sprechen.

IOGT Guinea-Bissau veranstaltet jedes Jahr mit Teilnehmern aller IOGT-Schulen sowie den befreundeten Verbänden aus dem Senegal und Gambia ein Osterlager, um dort im Miteinander die Dinge zu üben und zu praktizieren, die im Schulalltag zu kurz kommen und insbesondere die IOGT-Gedanken vom friedlichen alkohol- und drogenfreien Miteinander zu praktizieren.

Das Camp wurde von Anuar 2012 in Bantandjan in der von FORUT unterstützten Schule ausgerichtet, d. h. die Teilnehmer haben zum größten Teil auch in der Schule geschlafen und gewohnt. Das ganze Dorf war in das Geschehen involviert.

Die Teilnehmer werden 50/50 in der Altersgruppe Youth (Alter von 14–25 Jahren) und Junior (6–13 Jahren) gestellt, über die jeweiligen Schulen ausgesucht und von einem Lehrer begleitet. Grundregel ist: Youth helps Junior! (also die Großen unterstützen die Kleinen). Auch das Geschlechterverhältnis entspricht ungefähr 50/50 Jungen/Mädchen. Jede Schule entsendet je nach Teilnehmerzahl mindestens einen Lehrer als Betreuer, 2012 insgesamt elf Lehrer und drei andere Betreuer neben Anuar, dem die Gesamtleitung oblag. Die Lehrer und Betreuer sind in dem Teilnehmerkontingent jeweils enthalten, so dass das Camp 2012 eine Gesamtteilnehmerzahl von 132 Personen hatte.

Staatlicherseits wird dieses Camp unterstützt durch den kostenlosen Bustransport der Schüler aus der Hauptstadt Bissau nach Bantandjan und anschließend wieder zurück. Die Finanzierung von FORUT (500 Euro) wurde benötigt für den Transport der Teilnehmer aus den ländlichen Regionen sowie die Beschaffung der Verpflegung (z. B. Reis, Zucker, Öl, frischer Fisch vom Markt in Bambadinca). Zwei Frauen des Dorfes haben den Jugendlichen, die für das Essen machen im Wechsel eingeteilt waren, zur Seite gestanden und sie während des gesamten Camps unterstützt.

Die Jugendlichen haben während des Camps an Themen wie Aids, Drogen und Alkohol sowie Frieden gearbeitet. Weitere Aktivitäten waren Morgengymnastik und Sport. So wurde ein kleines Turnier ausgetragen, an dem Jungen wie Mädchen beteiligt waren. Abends fand im Schulgebäude eine Diskothek statt, an der auch alle Jugendlichen des Dorfes und Umgebung gegen ein kleines Eintrittsgeld teilnehmen konnten. Dieses Eintrittsgeld dient der Mitfinanzierung des Camps.

Diese regelmäßigen Camps sind gerade auch in einem Land wie Guinea-Bissau eine erfolgreiche öffentlichkeitswirksame Werbemaßnahme. Da gerade die ländlichen Gebiete mangels dauerhafter Stromversorgung eher abgeschnitten sind vom Fernsehen oder Internet, wird so ein Camp in besonderer Weise wahrgenommen und die Menschen, insbesondere Jugendlichen sprechen über das, was da passiert. Es ist eine durchaus erfolgversprechende Maßnahme mit Bindungswirkung der Teilnehmer an IOGT und seine Ziele. Auch ist es für IOGT etwas sehr Positives, da die Organisation wahrgenommen wird über das Tun und nicht über das Reden darüber.

Darum ist das Geld von FORUT zur Unterstützung des Camps gut angelegt im Sinne unserer Zielsetzung Bildung – Entwicklung – Frieden!

Dietmar Klahn

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