Seit der Studienreise 2011 unter Leitung der 1. Vorsitzenden Ulrike Klahn aus Lüneburg hat durch das eigene Erleben vor Ort die FORUT-Arbeit erhebliche Impulse erhalten. Der langjährige Projektleiter und Guttempler Anuar Djedjo steht dabei für eine eindrucksvolle Loyalität zu den IOGT-Zielen.

  • Taxi in Guinea-Bissau
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Guinea-Bissau ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Menschen haben in Folge dessen materiell sehr wenig von den Dingen, die uns in unserem Alltag vertraut sind (z. B. fließend Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und elektrischen Strom). Nichtsdestotrotz begegnen einem überall die Menschen freundlich, offen und mit einer schier unbändigen Lebensfreude – materielle Dinge allein machen eben nicht glücklich.

Afrika ist jung und die Altersstruktur ist dort tatsächlich noch eine »Pyramide«. Die IOGT-Arbeit ist demgemäß allein ob der Gegebenheiten nicht mit unserer Arbeit in Deutschland vergleichbar. IOGT Guinea-Bissau als einer von vielen Schulträgern verwirklicht das, was wir uns in Deutschland vielleicht wünschen, hier aber nicht realisierbar ist – Schulen, die unter der »Flagge« von IOGT geführt werden.

Obwohl es eine Schulpflicht gibt, hat es der Staat aus unterschiedlichen Gründen bislang nicht geschafft, die dafür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, wobei es deutliche Unterschiede zwischen der Hauptstadt Bissau und den ländlichen Regionen gibt. Experten gehen von einer Analphabetenrate von bis zu 70 Prozent aus.

IOGT Guinea-Bissau betreibt aktuell fünf Schulen als sogenannte NGO (Nicht-Regierungsorganisation) mit Unterstützung von IOGT Schweiz. FORUT hat dabei die Unterstützung der Schule in Bantandjan (ca. 80 km von der Hauptstadt entfernt im Hinterland) übernommen. In diesem Bauerndorf können die Menschen sich zwar sehr gut von der Landwirtschaft selbst ernähren. Die Generierung von monetärem Einkommen ist nicht so einfach, da die Vermarktungsmöglichkeiten aktuell erst geschaffen werden durch den Bau einer einfachen Markthalle. FORUT hat dort seit einigen Jahren den größten Teil der Lehrergehälter gezahlt.

Im November 2011 wurde durch den Projektleiter die Idee eines Taxi-Projekts geboren: FORUT zahlt die Anschaffung eines Mercedes-Benz 190 (oder 200), dieses fährt in Guinea-Bissau als Taxi und finanziert neben dem Fahrer auch die beiden Lehrer in Bantandjan. Nach entsprechendem Beschluss der Jahreshauptversammlung 2012 wurde beim Besuch von Ulrike und mir im Juni 2012 alles weitere besprochen und realisiert. Seit Juli fährt dieses Fahrzeug (gekauft vom Verbindungsbeamten der Deutschen Botschaft Dakar/Senegal in Bissau) in der nächstgelegenen Stadt Bafatá. Das Elternkomitee der Schule und die ganze Dorfgemeinschaft wurden über das Taxiprojekt informiert, so dass alle Dorfbewohner mit eingebunden sind.

Ab 2013 wird FORUT die Lehrergehälter nicht mehr zahlen und hofft auch mittelfristig auf einen Erfolg – der Einstieg ist jedenfalls vielversprechend! Die freiwerdenden Mittel können zukünftig möglicherweise für einen Erweiterungsbau der Schule, die bislang nur von Klasse 1 bis 4 unterrichten kann, verwendet werden. Die Klassen 5 und 6 sind der große Wunsch der Dorfbevölkerung sowie die Versorgung mit Strom aus Solarenergie, damit in den frühen Abendstunden ein Unterricht für Erwachsene angeboten werden kann.

Bei der hohen Rate von Analphabetismus ist diese Arbeit existentiell. Kinder müssen lesen und schreiben lernen, um mit dieser Grundbildung überhaupt die Lebensqualität in ihrem Dorf verbessern zu können – das ist elementare Entwicklungszusammenarbeit!

IOGT Guinea-Bissau ergänzt die unmittelbare Arbeit in den Schulen durch ein jährliches Ostercamp (länderübergreifend für Gambia, Senegal, Guinea-Bissau) – 2012 mit 140 Teilnehmern ausgerichtet. Dort lernen die von allen Schulen durch die Lehrer ausgesuchten Kinder auch, sich eine eigene Meinung zu bilden und den friedlichen Umgang miteinander zu wahren. So werden sie mit den IOGT-Idealen vertraut gemacht.

Am 2. Oktober 2012 haben Max Vollmer von Juvente, Priska Hauser-Scherer (IOGT Schweiz), Anuar Djedjo sowie Ulrike und Dietmar Klahn vom FORUT-Vorstand in Lüneburg Möglichkeiten erörtert, unterstützend tätig zu werden und einen Austausch junger Menschen zu ermöglichen – die gefundenen Ansätze sind vielversprechend.

Dietmar Klahn

Max Vollmer (Juvente), Anuar Djedjo (IOGT Guinea-Bissau), Priska Hauser-Scherer (IOGT Schweiz), Ulrike Klahn (FORUT)

Max Vollmer, Anuar Djedjo, Priska Hauser-Scherer, Ulrike Klahn (Lüneburg 2.10.12)

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