Vom 5.–28. Januar 2013 habe ich zum dritten Mal IOGT Guinea-Bissau als FORUT-Vertreter besucht und dabei Gambia, Senegal und Guinea-Bissau bereist.

  • Frauen helfen Frauen
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Guinea-Bissau ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dieses hat vielschichtige Gründe, liegt aber insbesondere auch in der politischen Instabilität, welche durch die Militärs verursacht wird, begründet. Dabei geht es immer wieder um Einzelinteressen und Macht, aber auch um Geld aus Drogengeschäften. Guinea-Bissau gilt als Drogenumschlagplatz für Ware aus Südamerika zwecks Weiterleitung nach Europa. Guinea-Bissau ist in Folge dessen touristisch nicht erschlossen und die Menschen sind freundlich, zurückhaltend und liebenswert.

Am 16. Januar 2013 habe ich mit Anuar Djedjo, dem Geschäftsführer der IOGT-Schulen in Guinea-Bissau die CRMT (Comissicao Regional de Mulheres Trabalhadores de Catio) besucht. Das bedeutet ins deutsche übersetzt soviel wie Regionalkommission arbeitender Frauen in Catio.

Catio ist Provinzhauptstadt von Tombali, wobei der Schwerpunkt wirklich auf dem Begriff Provinz liegt. Die Hauptstraße dort hin ist die letzten 60 Km unbefestigt und in der Regenzeit nur mit Geländewagen passierbar. Unsere Anreise mit Merdedes-Benz Kombi war durchaus beschwerlich. Diese Kleinstadt liegt sehr verstreut und weitläufig in einem Reisanbaugebiet und hat zuletzt in der portugiesischen Kolonialzeit (bis 1974) bessere Tage gesehen.

Die Frauen sind in ihrer Kommission gut organisiert, haben neben der Präsidentin Catariena Sanha, zwei Vizepräsidentinnen Beatriez dos Santos und Aissato Djau, eine Sekretärin Sumba Na Jalanbe, Finanzverantwortliche Lucete da Silva und für Öffentlichkeitsarbeit Augeinda Lopes. Diese Frauen sind auf Grund eines Projektes – Beginn 2009  »Reduzir a Inseguranca Alimentar« (Projekt zur Armutsbekämpfung) zusammengeschlossen und haben in diesem Rahmen vor drei Monaten eine »Milling Machine« aus China erhalten. Mit dieser Maschine werden die Hülsen vom sogenannten Rohreis getrennt, so dass er dann zum Kochen geeignet ist. Auch das Gebäude, in dem die Maschine steht, wurde 2012 errichtet. Das Land wurde vom Gouverneur den Frauen für dieses Projekt überlassen. Dieser Organisation in Catio gehören ca. 100 Frauen an. Einziger Mann ist der Handwerker, der regelmäßig die Maschine wartet. Dafür erhält er quasi als Entlohnung eine monatliche Ration Reis. Der Reis wird vorab von den Frauen mühsam mit der Hand gedroschen.

Da diese Landesteile zum Großteil im Gezeiteneinfluss des Atlantischen Ozeans liegen,  müssen diese Gebiete aber vor dem Salzwasser geschützt werden, damit der Boden zum Reisanbau nicht unbrauchbar wird. Auch dazu gab es chinesische Entwicklungshilfe. Die Kommission verarbeitet entweder von den Frauen selbst angebauten Reis oder von anderen Bewohnern des Ortes gegen Bezahlung (entweder in bar oder gegen entsprechende Abgabe von Reis, der dann durch die Kommission verkauft wird). Zur Zeit versuchen die Frauen Rücklagen zu bilden. Aus den Einnahmen muss natürlich der Unterhalt der Maschine bestritten werden. Aus den Rücklagen sollen für die beteiligten Frauen gemeinschaftliche Investitionen getätigt werden, die eine Verbesserung der Lebensumstände zur Folge haben sollen – aber da steht das Projekt ja erst am Anfang. Beim Anbau (auch von Gemüse) berichten die Fauen von großen Schwierigkeiten mit freilaufenden Tieren, insbesondere Kühen, die alles abfressen. Also müssen die Anbauflächen besonders geschützt, was wiederum arbeitsintensiv ist. Eine Kuh drückt schnell mal eine kleine Umfriedung um.

Ein ganz anderes Problem – und das ist die Projektidee – ist allerdings, dass die meisten Frauen dieser Kommission nie zur Schule gegangen sind und deshalb nicht an der Mühle arbeiten können. Sie können nämlich weder aufschreiben, wieviel Rohreis jemand bringt, geschweige denn ausrechnen, was er zu zahlen hat. Daher teilen sich zur Zeit drei Frauen diese Aufgabe. Einhellig wurden von den anwesenden Frauen erklärt, dass sie gerne lesen und schreiben lernen wollen, dafür aber einen Schulraum sowie Licht benötigen. Sie können nämlich erst abends (hier wird es in der Regel zwischen 19.00 und 19.30 Uhr dunkel), wenn es dunkel ist und die Kinder im Bett sind in die Schule gehen. Zwei Lehrerinnen befinden sich in dieser Gemeinschaft, die die Schulung übernehmen würden und die Arbeitsleistung für den Bau werden sie auch organisieren. Für alles andere fehlt das Geld, also für Baumaterial insbesondere Zement und das Dach incl. Befestigungsmaterial sowie eine Solaranlage mit erforderlicher Batterie für die Speicherung des Stroms. Eine öffentliche Stromversorgung gibt es dort nicht und ein Aggregat erzeugt Lärm und hat ständige Unterhaltungskosten. Gerne würden die Frauen diesen neuen Raum tagsüber auch für eine Nähwerkstatt für junge Frauen nutzen. Das wäre dann aber bereits der nächste Schritt, könnte in der weiteren Planung durchaus schon berücksichtigt werden.

Ich mache den Frauen das Angebot, den Frauen von IOGT Deutschland eine Unterstützung vorzuschlagen im Sinne von »Frauen helfen Frauen«, wovon die Anwesenden sichtlich begeistert sind. Anuar erläutert dann kurz, was IOGT ist und macht. Er will später nochmal dorthin fahren, wenn die deutschen IOGT-Frauen tatsächlich eine Unterstützung zugesagt haben und eine IOGT-Sektion für Catio eröffnen. Außerdem wird er einen Kostenvoranschlag für dieses Projekt machen und die Koordination vor Ort übernehmen. Als Ansprechpartner in Deutschland stehe ich zur Verfügung. Ich habe vor Ort keine Zusagen für eine Unterstützung gemacht, aber ich habe schon den Eindruck, dass dieses ein sehr lohnenswertes Kooperationsprojekt werden kann. Eine Unterstützung für dieses Bildungsprojekt ist vom Sponsor der Reismühle nicht zu erwarten.

Dietmar Klahn, FORUT, Bissau 22.01.2013

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