Der 10. Dezember – Tag der Menschenrechte – ist ein guter Anlass, sich ins Bewusstsein zu rufen, wie unmittelbar Guttempler an der Verwirklichung der Menschenrechte tagtäglich arbeiten. Nur ein Mensch mit klarem Kopf – also frei von bewusstseinsverändernden Drogen wie dem Alkohol – kann letztendlich ein selbstbestimmtes Leben in körperlicher Unversehrtheit führen.

  • Tag der Menschenrechte
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IOGT arbeitet auch an der unmittelbaren Verwirklichung von weitergehenden Menschenrechten, wie die Teilnehmer der Studienreise von FORUT vom 2. bis 17. November 2011 nach Guinea-Bissau aus erster Hand erfahren konnten.

Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 und gilt als soziales (oder auch kulturelles) Menschenrecht.

Wenn in Deutschland hierbei eher Thema ist, welche Schulform die Beste für das Kind und vom Staat entsprechend zu fördern sei und ob dabei Chancengleichheit gewährleistet ist, so ringt ein armes Entwicklungsland wie Guinea-Bissau darum, überhaupt allen Kindern eine Umsetzung der bestehenden Schulpflicht von grundsätzlich 6 Jahren gerade auch praktisch zu ermöglichen. Kinder (und auch Erwachsene) in Westafrika wollen lesen und schreiben lernen, aber sie können nicht, weil Bildungsangebote dort generell Mangelware sind.

Guinea-Bissau hat nach vorsichtigen Schätzungen eine Analphabetenrate von 50 Prozent und ist gerade auch im ländlichen Raum mit (Grund-)Schulen deutlich unterversorgt. Das sorgt dafür, dass statistisch gesehen, Kinder in diesem Land lediglich 2,5 Jahre Schulbildung erhalten. Die Gründe sind vielfältig, zum Teil auch im früher kommunistischen Missmanagement der ehemaligen Regierung zu sehen.

Viel wichtiger als zu schauen, was warum war, ist es allerdings jetzt zu sehen, dass Menschen vor Ort Veränderung wollen und bereit sind, den ihnen möglichen Teil beizutragen. Ohne Grundbildung – also die Fähigkeit lesen und schreiben zu können – ist die (Weiter-) Entwicklung einer Gesellschaft nicht möglich. Bleibt die Bildung auf die Eliten beschränkt, ist der »Unfriede« in einer Gesellschaft vorprogrammiert.

IOGT Guinea-Bissau ist derzeit Betreiber von vier Schulen, wobei FORUT aktuell die Schule in Bantanjan (in der Region Bafata) unterstützt. Die anderen Schulen werden mit Unterstützung von IOGT Schweiz unterhalten. Hierbei sollte sich allerdings jeder lösen vom Bild einer deutschen Grundschule. Ein einfaches Gebäude mit vier Wänden und Wellblechdach auf einfacher Holzkonstruktion – damit ist die Schule prinzipiell fertig. Sind einfache Holztische und -bänke vorhanden, kann der Unterricht starten. Strom und fließend Wasser (z. B. zum Händewaschen und fürs WC) sind erst einmal purer Luxus, aber in die Zukunft gerichtet sicherlich erstrebenswert.

So einfach aus unserer Sicht die Verhältnisse sind, um so herzlicher waren diese insgesamt zurückhaltenden Menschen. Mit großer Dankbarkeit begegneten uns diese Menschen, dankbar, dass wir die weite Reise zu ihnen gemacht hatten, dankbar dafür, dass sich Menschen im fernen Deutschland überhaupt ernsthaft für Menschen in dieser abgelegenen Provinz in diesem unbedeutenden westafrikanischen Staat für sie interessierten.

Diese Herzlichkeit hat mich zutiefst berührt – von Mensch zu Mensch – und mir ein Stück afrikanischer Seele ins Herz gepflanzt. Außerdem haben mir diese aktuellen Erfahrungen gezeigt, dass die Bedeutung der Menschenrechte erst in der unmittelbaren Begegnung der Menschen und ihrer Kulturkreise ihren tiefer gehenden Sinn entfalten können.

Aufgewachsen in einem Staat wie der Bundesrepublik Deutschland erscheint uns vieles selbstverständlich, was in vielen Staaten dieser Erde keineswegs selbstverständlich ist. Ein Blick auf die »bewegten« Staaten im nördlichen Afrika wie zum Beispiel Ägypten zeigt uns etwas anderes.

Ulrike Klahn

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