• IOGT Westafrika
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Kommt man nach Westafrika, bemerkt der aufmerksame Beobachter sehr schnell die Zuschreibung »farbenfroh, pulsierend, jung und lebensfroh«

Ostercamp 2015 in Bantandjam

Das gilt dann auch für die Guttempler hier, wobei wir in der Mehrzahl korrekterweise von »IOGT members« sprechen, denn eine Übersetzung von Guttempler in die dortigen Sprachen, also ins Kreolische, in Mandingo oder auch Wolof ist eher sinnlos oder irreführend. Die Bezeichnung IOGT ist kurz und eingänglich.

Es gibt sehr alte IOGT-Organisationen in Westafrika, zum Beispiel in Liberia. Diese Organisation gelangte unmittelbar aus den USA vor weit über 100 Jahren nach Afrika. Allerdings konnte IOGT allein schon wegen des langjährigen Bürgerkriegs seit Ende der 1980er Jahre dort nicht mehr richtig arbeiten. Die IOGT-Organisationen unterliegen einem auf und ab, oft auch abhängig davon, ob sie einen Partner aus Europa finden konnten, der ihnen organisatorische und materielle Unterstützung zu leisten bereit war. Das Engagement deutscher Guttempler reicht mindestens zurück bis in die 1980er Jahre. Als Leitspruch könnte dienen: »Hilfst du den Kindern, veränderst du die Welt!«

Veränderungen beziehungsweise Entwicklung ist nur über die Kinder und deren meist junge Mütter realisierbar. Da die Grundbildung, also die reale Möglichkeit eine Schule zu besuchen, gerade in den armen Staaten wie Guinea-Bissau zwar auf dem Papier, aber nicht in der Realität gewährleistet ist, liegt darin heute der Schwerpunkt der deutschen IOGT-Entwicklungszusammenarbeit von FORUT.

Aktuelles Beispiel ist die neue Schule in Kinak, einem kleinen Bauerndorf in Guinea-Bissau oder der Bau einer Schule für Frauen in Catio im Süden dieses Landes. Auf der Westafrikareise vom 26.10. bis 7.11.2015 konnten sich Ulrike und Dietmar Klahn sowie Simone Giehl vom FORUT-Vorstand ein Bild von der aktuellen Situation machen.

Grundpfeiler einer Zusammenarbeit ist die Verlässlichkeit des Partners vor Ort. Die ist glücklicherweise mit Anuar Djedjo als IOGT-Manager in Guinea-Bissau seit vielen Jahren gegeben. Andererseits gibt es immer Unwägbarkeiten und kurzfristige Veränderungen in Westafrika, sie sind Teil der Projekte (zum Beispiel starke Preisschwankungen beim Baumaterial oder fehlende Verfügbarkeit). Der Bau eines Brunnen für die Schule in Kinak ist erfolgt. In Catio konnten die Schwierigkeiten in der Kommunikation überwunden werden.

Wenn Frauen sich organisieren und erfolgreich sind, gibt es natürlich auch Männer dazu, denen nicht immer gefällt, was die Frauen tun, auch wenn es gut und richtig für die Familie und die Kinder ist. Da haben dann auch Rollenbilder und Rollenverständnis eine große Bedeutung. Allgemeinbildung (Lesen, Schreiben, Rechnen) ist für jede Mutter hilfreich und ein Muss, insbesondere wenn man über die Zukunft der eigenen Kinder nachdenkt. Wie sollen aber Eltern ihren Kindern eine Notwendigkeit vermitteln, die ihnen selbst niemand beigebracht hat?

Wie soll man damit umgehen, dass muslimische Männer zum Teil glauben, Mädchen brauchen nicht zur Schule gehen oder dass Allah sie zu armen Menschen bestimmt hat und ihnen gepredigt wird, dass das dann ihr Schicksal sei. Da stößt helfen wollen an Grenzen, die unserem westlichen Verständnis erstmal völlig fremd sind. IOGT und seine Protagonisten vermitteln natürlich auch Werte und ein Demokratieverständnis wie zum Beispiel, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese dann auch vertreten zu können. Ohne Bildung ist das schwer, wenn zum Teil nicht sogar unmöglich. So steht ein weiterer Schulbau auf der Warteliste von IOGT Guinea-Bissau, da IOGT dort gerade auch für derartige Hilfe steht

Wenn diese Entwicklungsmöglichkeit mit IOGT unmittelbar verknüpft ist, ist es auch für IOGT International von besonderer Bedeutung. Darauf verwies die Präsidentin Kristina Šperková in ihrer Rede am 3. Oktober in Berlin: »Für die Glaubwürdigkeit und Reputation von IOGT ist dieser Beitrag von FORUT in Westafrika von besonderer Bedeutung. Bei den Vertretern der Vereinten Nationen auf praktisches und unmittelbares Engagement von IOGT in Westafrika verweisen zu können, hat einen besonderen Stellenwert. IOGT braucht das deutsche Engagement dort!« – und natürlich auch das unseres Partners IOGT Schweiz.

Auf der einen Seite ist es ein Kompliment zu hören, wie wichtig der Beitrag ist, den man leistet, aber andererseits auch eine besondere Verantwortung, dieses Engagement auf dem Niveau halten zu können. FORUT und sein Vorstand sind jedenfalls guten Mutes, dass das auch in Zukunft gelingen wird. IOGT lebt mit davon, durch viele westafrikanische Mitstreiter farbenfroh und jung zu sein, trotz des stolzen Alters der Weltorganisation von 165 Jahren im nächsten Jahr.

Dietmar Klahn

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