Schule in Ponte Nova / Madina Hafia (Guinea-Bissau) vor dem Neubau

Dr. David Kalema und Mitarbeiterinnen aus dem Team im Büro von Hope & Beyond in Kampala (Uganda)

Verteidigungsrede von David Kalema zur Erlangung der Doktorwürde an der Universität von Gent (Belgien)

Workshop-Nähen bei Hope and Beyond

Klassenraum in Kinak (Guinea-Bissau)

Morgennebel auf dem Weg nach Ponte Nova

Neubau - Das Gesundheitszentrum in Mpigi (Uganda)

Mitarbeiterin von Hope & Beyond in Kampala (Uganda)

Vermessung für den zweite Bauabschnitt der Klinik in Mpigi, Uganda

Schulhof in Bissau - Plak 2 (Guinea-Bissau)

FC IOGT Guinea-Bissau

Nähstube für die Klienten von Hope and Beyond

Zweite Bauphase der Vision 2030 gestartet

Vom 18. Januar bis zum 4. Februar dieses Jahres hatten Ulrike Klahn und ich wieder die großartige Gelegenheit aus erster Hand neue Eindrücke in Uganda zu sammeln. Erstes Ziel war es, uns vom aktuellen Stand des großen Projektes Vision 2030 „Neubau einer REHAB Klinik für Suchterkrankte“ in Nakabiso im Mpigi District einen eigenen Eindruck zu verschaffen.
Außerdem hatten wir zwei Koffer gefüllt mit medizinischen Artikeln als Spende dabei. Die Übergabe in der Gesundheitsstation erzeugte große Dankbarkeit und Freude. Unser Freund und Projektleiter Dr. David Kalema hatte Termine mit dem zuständigen Architekten und dem die Arbeit leitenden Bau-Ingenieur vorbereitet, so dass wir in die

Ausführungsgespräche direkt eingebunden waren und gemeinsam den Start in die nächste Bauphase einleiten konnten. Es wird nun das als Rezeptions- und Verwaltungsgebäude konzipierte Haus gebaut, welches vorübergehend als Unterbringungsgebäude genutzt werden soll, damit schnellstmöglich – hoffentlich zum Jahresende - der Umzug aus Kampala vollzogen werden kann.
Die REHAB-Einrichtung dort war mit über 30 Klienten im zweiten Halbjahr 2022 völlig überbelegt und viele Hilfesuchende müssen nach wie vor auf eine Warteliste vertröstet werden. Die Überbelegung wurde aktuell zurück gefahren, um das Personal nicht über zu strapazieren. Am neuen Standort werden dann trotz noch fehlender Gebäude die Bedingungen deutlich besser sein. Dieses ist u. a. die Größe des Geländes und damit die Möglichkeiten der Eigenversorgung und besserer sportlicher Betätigung z. Bsp. auf dem Fußballplatz. Außerdem können die Finanzmittel der bisherigen Miete von 1.000, - USD monatlich dann in den neuen Standort investiert werden. Auch entfällt für Dr. Kalema die Doppelbelastung durch die Pendelei zwischen den beiden Standorten Kampala und Nakabiso. Bei dem schon bisher gezeigten Improvisationsvermögen der Belegschaft sind wir guter Hoffnung, dass das alles gut gelingen wird. Am 01. Februar wurde in einer kleinen Zeremonie in der Gesundheitsstation der Baubeginn der zweiten Phase gefeiert. Der Dorfrat, der Ingenieur, die leitende Krankenschwester, weitere HaB-Mitarbeiter und zwei Klienten sowie Nachbarn waren gekommen. Der Dorfchef Kalyesubula John eröffnete die Veranstaltung mit Worten des Dankes und es erfolgte eine kurze Vorstellungsrunde. Nach einem Gebet nutzte Dr. Kalema die Gelegenheit, noch einmal die bisherigen Schritte der Vision 2030 zu skizzieren sowie einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten zu geben. Es gab unterschiedliche kurze Beiträge. Hervorgehoben und gedankt wurde den medizinischen Kräften für ihre Professionalität, für die Sauberkeit in der Gesundheitsstation und für die Offenheit, also das Gefühl des Willkommenseins. Die leitende Krankenschwester Justine machte noch einmal deutlich, dass es immer auch Möglichkeiten der Behandlung gebe, wenn die finanzielle Situation schlecht sei: „Niemand sollte sterben, weil Geldmittel für Medikamente fehlen!“ Kurz zuvor war bekannt geworden, dass im Umfeld der Gesundheitsstation wenigsten zwei Kinder gestorben waren, weil die Eltern aus Geldsorgen zu spät medizinische Hilfe gesucht hatten. Die Kinder waren an Malaria erkrankt und hätten Medikamente im Wert von umgerechnet 13,- Euro gebraucht. Dass vor den Türen unserer Gesundheitsstation Kinder sterben, weil Ihre Eltern die Behandlung nicht bezahlen können, ging uns sehr nah.

Noch vor Ort erörterten wir mit Dr. Kalema Ideen und Möglichkeiten, hier Abhilfe zu schaffen. In den Ausführungen der Dorfbewohner ging es auch darum, dass Menschen nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten gemessen werden. Offensichtlich hatte niemand so richtig daran geglaubt, dass die Versprechungen aus 2020 tatsächlich Realität werden würden. So wurde Dr. Kalema unter anderem auch dafür gedankt, dass er das Geld aus Deutschland nicht in die eigene Tasche gesteckt habe, was so mancher wohl insgeheim erwartet hatte. Besondere Aufmerksamkeit fand die Frage des Ausbaus der Trinkwasserversorgung. Der auf dem Sportplatz installierte Wasserhahn wird intensiv genutzt, befindet sich allerdings immer noch relativ weit unten im Tal.

Ein weiterer Wasserzugang ca. 300 Meter bergaufwärts könnte von uns im Zuge der eigenen Wasserversorgung installiert werden. Das würde vielen Frauen und Kindern die Wege des Wasserholens verkürzen und die Schlepperei reduzieren. Das wurde mit großem Respekt und Dank an „die deutschen Freunde“ angenommen. Eine ältere Frau aus dem Dorfrat erinnerte daran, wie schwierig es schon früher war, an sauberes Wasser zu kommen und wie wichtig das doch für die Gesundheit aller sei. Auch das neue Klein-Projekt, die Anschaffung eines Trycicle, also eines dreirädrigen Motorrades mit Transportmöglichkeit für Alte und Kranke wird angesprochen und findet großen Beifall. Viele Kranke oder auch Mütter mit Kindern schaffen den Weg in die Gesundheitsstation nicht, weil der Weg zurück bergauf (mit einer Steigung von über 15 Prozent) einfach in geschwächtem Zustand zu anstrengend ist und Transportgelegenheiten fehlen. Mit diesem Gefährt könnten entweder Kranke transportiert werden oder aber die Krankenschwester zu den Kranken gelangen.

Nach einem Imbiß wurde durch Ulrike Klahn und Kalyesubula John eine neue Schautafel enthüllt, auf der die Architektenbilder des neuen Gebäudes zu sehen sind.

Intention ist, allen Beteiligten, den Arbeitern und dem gesamten Umfeld das aktuelle Ziel vor Augen zu führen. Dann wurde am Bauplatz gesungen und der Dorfchef, welcher zugleich Hilfsgeistlicher des Dorfes ist, segnete mit Weihwasser das Bauland mit allen guten Wünschen für erfolgreiches Wirken. Abgerundet wurde die Feierlichkeit durch das Pflanzen von fünf Palmen auf dem Ackerland der Vision 2030: je eine für den Dorfrat, das Frauenkomitee, die HaB-Mitarbeiter, Familie Kalema und die Nachbarn, die bereit waren, dass Land an Dr. Kalema und HaB zu verkaufen, damit überhaupt erst alles ermöglich haben. Bereits am nächsten Tag waren fünf Arbeiter mit Spitzhacke und Schaufeln dabei, die Gräben für die Grundmauern auszuheben, eine richtige Knochenarbeit. Aktuell wird mit Hochdruck am Haussockel bzw. Fundament gearbeitet. Bei Veröffentlichung dieses Artikels werden die Grundmauer fertig sein und wir werden weiter berichten.